Das Ölbündnis OPEC+ dreht den Hahn weiter auf. Eine Kerngruppe der wichtigsten Förderländer hat beschlossen, ab August mehr Öl auf den Weltmarkt zu bringen. Für die Verbraucher in Deutschland ist der Effekt aber vermutlich gering.
Sieben Länder, 188.000 Barrel mehr
Wie der Tagesspiegel berichtet, haben sieben zentrale OPEC+-Staaten die Förderung um täglich 188.000 Barrel erhöht. Zu der Gruppe gehören Saudi-Arabien, Russland, der Irak, Kuwait, Kasachstan, Algerien und der Oman. Die zusätzliche Menge soll ab August fließen.
Dabei ließen sich die Länder eine Hintertür offen: Je nach Marktlage könne der Zuwachs beschleunigt, ausgesetzt oder wieder zurückgenommen werden. Über das weitere Vorgehen will die Gruppe bereits am 2. August erneut beraten.
Ein eher kleiner Schritt
Gemessen am weltweiten Verbrauch von rund 100 Millionen Barrel pro Tag ist die Erhöhung überschaubar. OPEC+ hatte bereits in den Vormonaten die Förderung schrittweise ausgeweitet, wie das Handelsblatt berichtet. Das Bündnis versucht damit, seinen Einfluss auf den Markt zu wahren und zugleich die Preise nicht abstürzen zu lassen.
Für das Kartell ist das ein Balanceakt: Zu viel Öl drückt den Preis und damit die eigenen Einnahmen, zu wenig überlässt Marktanteile anderen Produzenten.
Kaum Entlastung an der Zapfsäule
Wer nun auf deutlich günstigeres Benzin hofft, dürfte enttäuscht werden. Die Preise an deutschen Tankstellen hängen nur zum Teil vom Rohölpreis ab. Mindestens ebenso wichtig sind Steuern, Raffineriekosten, Transport und die Handelsspanne. Eine moderate Ausweitung der Fördermenge schlägt sich daher selten eins zu eins an der Zapfsäule nieder.
Hinzu kommt die unsichere Weltlage. Geopolitische Spannungen können jederzeit für neue Preissprünge sorgen und den dämpfenden Effekt einer höheren Förderung wieder zunichtemachen. Ob die zusätzlichen Barrel tatsächlich für Entspannung sorgen, wird sich damit erst in den kommenden Wochen zeigen.



