Der europäische Süden erlebt einen weiteren Extremsommer: Kaum ist die rekordheiße Phase vom Juni vorüber, rollt schon die nächste Hitzewelle heran – und im Süden Frankreichs lodern Waldbrände. In mehreren Ländern gelten Wetterwarnungen der höchsten Stufe.
Spanien und Portugal wieder über 40 Grad
Der spanische Wetterdienst AEMET warnte vor einem neuen Schub sehr warmer Luft, mit dem die Temperaturen vor allem im Süden und im Landesinneren wieder über 40 Grad klettern – etwa in Sevilla, Badajoz und Córdoba. Schon die vorige Hitzewelle hatte Rekorde gebrochen: Am 22. Juni maß AEMET im andalusischen Andújar 45,1 Grad, den heißesten je in Spanien registrierten Junitag. Auch Portugal meldete zuletzt neue Höchstwerte von fast 44 Grad; der dortige Wetterdienst gab für mehrere Regionen Warnungen aus. In Italien wurden ebenfalls Werte um 40 Grad erreicht.
Frankreich: Flucht vor den Flammen
Besonders dramatisch war die Lage im Süden Frankreichs. Im Département Pyrénées-Orientales nahe der spanischen Grenze wurden nach Angaben von Euronews fast 3.000 Menschen in Sicherheit gebracht – rund die Hälfte davon von Campingplätzen. Weitere Brände wurden aus anderen Regionen im Mittelmeerraum gemeldet. Als Ursachen gelten das Zusammenspiel aus der langen Junihitze, ausgeprägter Trockenheit und kräftigem Wind, der die Flammen antreibt. Mehr als tausend Feuerwehrleute waren im Einsatz, unterstützt von Löschflugzeugen.
Gefahr für die Gesundheit
Hitze dieser Wucht ist kein bloßes Ärgernis, sondern ein Gesundheitsrisiko. Warnungen richten sich vor allem an ältere Menschen, Kleinkinder, Schwangere, chronisch Kranke und Menschen, die im Freien arbeiten. Als besonders belastend gelten „tropische Nächte", in denen die Temperaturen nicht unter 20 Grad sinken und dem Körper die Erholung fehlt. Gesundheitsbehörden raten zu den bekannten Vorsichtsmaßnahmen: viel trinken, Mittagshitze meiden, für Kühlung sorgen und auf gefährdete Menschen achten.
Der größere Zusammenhang
Dass sich solche Extreme häufen, ist kein Zufall. Nach Angaben des EU-Erdbeobachtungsprogramms Copernicus erwärmt sich Europa etwa doppelt so schnell wie der globale Durchschnitt. Klimaforscher betonen seit Langem, dass der menschengemachte Klimawandel Hitzewellen häufiger, intensiver und länger macht. Eine Schnellanalyse der Forschungsinitiative World Weather Attribution kam zu dem Schluss, dass die Junihitze 2026 ohne die Erwärmung durch fossile Emissionen so praktisch nicht möglich gewesen wäre. Für Südeuropa bedeutet das: Sommer wie dieser dürften eher zur Regel als zur Ausnahme werden.



