Es ist die Konsequenz aus einer der größten Enttäuschungen der jüngeren DFB-Geschichte: Julian Nagelsmann ist als Bundestrainer zurückgetreten. Der Deutsche Fußball-Bund bestätigte den Schritt am Freitag offiziell und löste den bis 2028 laufenden Vertrag mit sofortiger Wirkung auf.
Das blamable Aus gegen Paraguay
Auslöser ist das frühe Scheitern bei der Weltmeisterschaft 2026. Deutschland verlor bereits im Sechzehntelfinale gegen Paraguay und schied damit überraschend aus. Die Partie in Foxborough ging erst im Elfmeterschießen verloren – gegen einen Gegner, der in der Weltrangliste weit hinter Deutschland geführt wird. Für ein Team mit Titelanspruch war das Ausscheiden eine Blamage, die Nagelsmann das Amt kostete.
Rücktritt auf eigenen Wunsch
Den Schritt betrieb der 38-Jährige nach DFB-Angaben selbst: Bereits einen Tag nach dem Aus habe er in einem vertraulichen Gespräch darum gebeten, von seinen Aufgaben entbunden zu werden. Der Verband gab dem Wunsch statt, die Gremien beschlossen die Vertragsauflösung einstimmig. Sinngemäß erklärte Nagelsmann, die Entscheidung sei ihm nicht leichtgefallen; die Mannschaft habe nach der herben Enttäuschung aber die Chance auf einen unbelasteten Neuanfang verdient. Mit ihm verlassen auch seine Co-Trainer Benjamin Glück und Benjamin Hübner den DFB.
DFB-Präsident Bernd Neuendorf dankte dem scheidenden Trainer für dessen Arbeit seit September 2023, als Nagelsmann das Amt übernommen hatte.
Die Nachfolge: Klopp im Gespräch
Nun beginnt beim DFB die Suche nach einem Nachfolger – und ein Name steht dabei ganz oben: Jürgen Klopp. Nach Angaben des Verbands und übereinstimmenden Berichten will der DFB mit Klopp sprechen, der eine grundsätzliche Bereitschaft signalisiert haben soll. Offiziell verpflichtet ist er aber nicht; die Personalie bleibt vorerst Spekulation. Klopp war zuletzt in leitender Funktion beim Red-Bull-Konzern tätig.
Für den DFB beginnt damit ein Neuaufbau unter Zeitdruck. Denn schon 2028 ist Deutschland Gastgeber der Europameisterschaft – und bis dahin muss auf der wichtigsten Trainerposition des Landes wieder Ruhe und Stabilität einkehren.



