Es war ein Abend, an dem Fußball und Trauer ineinanderflossen: Portugal hat sich bei der Weltmeisterschaft 2026 in einem dramatischen Spiel mit 2:1 gegen Kroatien durchgesetzt – und den Sieg dem verstorbenen Nationalspieler Diogo Jota gewidmet.
Ein spätes Tor entscheidet das Duell
Die Partie in Toronto bot große Spannung. Kroatien ging durch Ivan Perišić in der 53. Minute in Führung. Portugal antwortete durch Cristiano Ronaldo, der in der 68. Minute einen Handelfmeter verwandelte – für den Rekordnationalspieler war es das erste Tor in einem WM-K.-o.-Spiel seiner Laufbahn. Die Entscheidung fiel erst in der Nachspielzeit: Gonçalo Ramos köpfte Portugal zum 2:1-Sieg. Ein weiterer Treffer Ronaldos war zuvor nach Videobeweis wegen einer Abseitsstellung aberkannt worden.
Ein Sieg im Gedenken an Diogo Jota
Über dem Spiel lag ein besonderes Datum. Es fiel auf den Jahrestag des Todes von Diogo Jota, der vor einem Jahr im Alter von 28 Jahren bei einem Verkehrsunfall ums Leben kam. Der frühere Offensivspieler des FC Liverpool war ein fester Bestandteil der Nationalmannschaft; sein Verlust hatte den portugiesischen Fußball tief getroffen.
Die Mannschaft machte aus dem Gedenken kein Geheimnis. Nach dem Schlusspfiff zeigte sich Ronaldo sichtlich bewegt und richtete den Blick zum Himmel. Man wisse, dass Jota bei ihnen sei, sagte der Kapitän sinngemäß; es habe sich einfach richtig angefühlt, an diesem Tag für ihn zu gewinnen. Solche Gesten prägten den Abend – der sportliche Erfolg trat zeitweise hinter die Erinnerung an den Verstorbenen zurück.
Ausblick: Duell mit Spanien
Sportlich bedeutet der Sieg den Einzug ins Achtelfinale. Dort trifft Portugal auf Spanien, das sich zuvor mit 3:0 gegen Österreich durchgesetzt hatte – ein Aufeinandertreffen zweier iberischer Schwergewichte auf großer Bühne. Für Kroatien und seinen langjährigen Anführer Luka Modrić endet das Turnier dagegen. Es ist der Abschied einer goldenen Generation, die dem kleinen Land über Jahre große Erfolge beschert hatte. In Erinnerung aber dürfte dieser Abend vor allem als der bleiben, an dem Portugal seinem verlorenen Mitspieler ein Denkmal setzte.



