In der Gohrischheide bei Zeithain im Landkreis Meißen ist erneut ein Waldbrand ausgebrochen – an einem der schwierigsten Brandorte Deutschlands.
Feuer auf munitionsbelastetem Gelände
Nach Angaben der Freien Presse wuchs das Feuer rasch von wenigen Hektar auf rund 40 Hektar an. Rund 170 Einsatzkräfte aus Sachsen und Brandenburg waren im Einsatz. Das Problem: Der Brand wütet auf einem ehemaligen Truppenübungsplatz an der Grenze beider Länder, dessen Boden mit Altmunition durchsetzt ist.
Eine direkte Brandbekämpfung am Boden ist deshalb kaum möglich. „Eine aktive Brandbekämpfung durch unsere Kameraden ist erneut nicht möglich aufgrund der Munitionsbelastung", erklärte laut DieSachsen.de Zeithains Bürgermeister Mirko Pollmer. Die Kräfte beobachteten das Feuer von gesicherten Wegen aus.
Panzerfahrzeug und Hubschrauber
Um dennoch handeln zu können, kamen Spezialgerät und Luftunterstützung zum Einsatz: ein gepanzertes Löschfahrzeug mit Splitterschutz sowie ein Löschhubschrauber. Die Lage wurde am Abend als „ruhig, aber nicht stabil" beschrieben. Ortschaften waren nach aktuellem Stand nicht akut bedroht. Für den weiteren Wochenendverlauf bereiteten sich die Behörden auf böigen Wind vor, der Glutnester neu entfachen könnte.
Bittere Wiederholung
Für die Region ist es ein Déjà-vu: Im Juli 2025 hatte sich in der Gohrischheide der größte Waldbrand Sachsens seit Jahrzehnten entwickelt, bei dem rund 2.400 Hektar zerstört wurden. Als Ursache stellten die Ermittler damals die Selbstentzündung von Altmunition in der Hitze fest. Genau diese Belastung macht das Gebiet bei extremer Hitze und Trockenheit – wie sie Sachsen derzeit erlebt – so gefährlich und die Brandbekämpfung so heikel. Solange das frühere Militärgelände nicht vollständig von Kampfmitteln geräumt ist, bleibt jeder Einsatz dort ein Balanceakt zwischen Löschen und dem Schutz der Retter.



