Nach Jahren steigender Energiekosten gibt es für viele Gaskunden eine vorsichtig positive Nachricht.
Leichte Entlastung für Bestandskunden
Nach einer Analyse des Vergleichsportals Verivox könnten die Gaskosten 2026 für viele Haushalte sinken. Für einen Musterhaushalt mit 20.000 Kilowattstunden Jahresverbrauch in der Grundversorgung errechnet Verivox einen Rückgang um rund vier Prozent gegenüber 2025 – das wären etwa 115 Euro im Jahr. Auch für Kundinnen und Kunden in Sondertarifen regionaler Versorger wird ein leichter Rückgang erwartet. Betroffen sind insgesamt mehrere Millionen Haushalte.
Entscheidend ist allerdings eine Bedingung: Die Prognose gilt nur, wenn die Versorger bis zum Jahresende keine weiteren Preiserhöhungen ankündigen.
Warum es überhaupt günstiger werden könnte
Der Hauptgrund liegt in der Beschaffungsstrategie der Versorger: Sie kaufen Gas für ihre Bestandskunden meist langfristig ein und federn so kurzfristige Schwankungen an den Großhandelsmärkten ab. Diese Preise waren zuletzt wegen der Spannungen im Nahen Osten zeitweise deutlich gestiegen, an die Endkunden aber bislang kaum weitergegeben worden. Hinzu kommt: Die Gasspeicherumlage entfällt 2026 und gleicht gestiegene Netzentgelte rechnerisch weitgehend aus.
Der CO2-Preis wirkt dagegen
Ein gegenläufiger Faktor bleibt die CO2-Bepreisung. 2026 wird der nationale Emissionshandel in das europäische System überführt; der CO2-Preis dürfte sich in einer Spanne von 55 bis 65 Euro je Tonne bewegen und das Heizen mit Gas verteuern. Die von Verivox erwarteten Senkungen ergeben sich also nur, weil günstigere Beschaffung und der Wegfall der Speicherumlage diesen Aufschlag mehr als ausgleichen.
Neukunden zahlen mehr
Wer aktuell einen neuen Gasvertrag abschließt, profitiert nicht: Die Preise in Neukundentarifen sind seit Jahresbeginn deutlich gestiegen und liegen so hoch wie seit Jahren nicht. Verivox rät Verbraucherinnen und Verbrauchern, ihren Tarif zu prüfen und zu vergleichen – Bestandskundenpreise sind häufig teurer als aktuelle Angebote.
Und bei aller Entlastung bleibt das Niveau historisch hoch: Vor der Energiekrise 2021/22 lag der Gaspreis für Haushalte deutlich niedriger. Eine Rückkehr dorthin ist auch 2026 nicht in Sicht – die mögliche Senkung ist eher eine Atempause als eine Trendwende.



