Im US-Iran-Krieg gibt es nun ein offenes Bekenntnis: Irans Revolutionsgarden erklären die Angriffe auf zwei Golfstaaten zu ihrem Werk.
Bekenntnis der IRGC
Nach Angaben des Handelsblatts erklärten die Revolutionsgarden (IRGC), mit Raketen und Drohnen US-Militärziele in Kuwait und Bahrain angegriffen zu haben. Als Ziele nannten sie unter anderem einen US-Luftwaffenstützpunkt in Kuwait sowie den Hafen Mina Salman in Bahrain, wo die 5. US-Marineflotte stationiert ist. Angaben zu Schäden oder Opfern machte die IRGC nicht; unabhängige Bestätigungen lagen zunächst nicht vor.
Zuvor hatte Kuwaits Militär mitgeteilt, seine Flugabwehr gegen „feindliche Raketen- und Drohnenbedrohungen" aktiviert zu haben; in Bahrain heulten Sirenen. Ob Geschosse abgefangen wurden oder einschlugen, blieb unklar.
Vergeltung als Begründung
Die Revolutionsgarden bezeichneten die Angriffe als Reaktion auf die jüngsten US-Luftschläge und warfen Washington vor, ein Mitte Juni geschlossenes Rahmenabkommen sowie die seither geltende Waffenruhe gebrochen zu haben. Im Kern geht es um den Streit über die Kontrolle der Straße von Hormus, durch die ein erheblicher Teil des weltweiten Öltransports läuft.
Eine Kette von Schlägen
Dem Bekenntnis ging eine rasche Eskalation voraus: Nach einem Drohnenangriff auf einen Tanker in der Straße von Hormus hatten die USA in zwei aufeinanderfolgenden Nächten iranische Raketen- und Drohnenlager sowie Radaranlagen angegriffen. Der Iran wiederum machte die USA für die Verschärfung verantwortlich.
Reaktionen stehen aus
Offizielle Stellungnahmen der USA, Kuwaits und Bahrains zum IRGC-Bekenntnis lagen zunächst nicht vor. Beobachter warnen, dass der Wechsel aus Provokation und Vergeltung die ohnehin brüchige Waffenruhe vollständig zum Einsturz bringen könnte. Wie bei Kriegsmeldungen üblich beruhen die Angaben zu Zielen und Ausmaß der Angriffe auf Mitteilungen der Beteiligten und sind mit Vorsicht zu bewerten.



