US-Präsident Donald Trump hat einen neuen Chef für die umstrittene Einwanderungsbehörde ICE vorgeschlagen.
Ein wenig bekannter Kandidat
Nach Angaben des Handelsblatts nominierte Trump Lance Schroyer als Direktor der Immigration and Customs Enforcement (ICE). Schroyer ist demnach ein früherer Staatspolizist aus Oklahoma und Veteran der US-Marine; in der breiten US-Öffentlichkeit ist er bislang kaum bekannt. Trump stellte ihn als „Patrioten" vor – eine Formulierung, die der Präsident häufig für ihm loyale Kandidaten verwendet.
Der Posten war frei geworden, nachdem der bisherige kommissarische Leiter Todd Lyons zurückgetreten war. Mit Schroyer soll nun ein dauerhafter Nachfolger die harte Linie der Regierung fortsetzen.
Eine Behörde im Zentrum der Debatte
Kaum eine US-Bundesbehörde steht derzeit so im Fokus wie ICE. Seit Trumps Amtsantritt im Januar 2025 hat sie landesweit Razzien durchgeführt, vielfach in von Demokraten regierten Städten. Bilder von teils vermummten Bundesbeamten in Wohnvierteln und an Arbeitsplätzen lösten Proteste aus; bei mehreren Einsätzen kam es zu tödlichen Zwischenfällen, was Klagen einzelner Bundesstaaten und scharfe Kritik von Bürgerrechtsorganisationen nach sich zog.
Trumps Migrationskurs
Die Verschärfung der Einwanderungspolitik war ein zentrales Versprechen von Trumps Wahlkampf. Seine Regierung setzte nach Amtsantritt auf Massenabschiebungen und nutzte dafür teils auch militärische Mittel. Die Nominierung Schroyers muss noch vom US-Senat bestätigt werden; wann eine Anhörung stattfindet, war zunächst offen.
Schroyers Profil – Erfahrung im Sicherheitsapparat, militärischer Hintergrund, keine Verankerung in der Washingtoner Bürokratie – entspricht dem Muster, nach dem Trump Führungsposten in Sicherheitsbehörden besetzt. Kritiker sehen darin die Fortsetzung einer Strategie, Schlüsselämter mit loyalen, institutionell wenig gebundenen Personen zu besetzen.



