Ein Sommerabend an der Berliner Waldbühne, ein volles Haus, große Musik – und dann zogen Gewitterwolken auf.

Konzert unter freiem Himmel

Am Abend des 27. Juni 2026 gaben die Berliner Philharmoniker ihr traditionelles Saisonabschlusskonzert an der Waldbühne im Berliner Grunewald. Unter Chefdirigent Kirill Petrenko und mit dem Tenor Jonas Kaufmann als Gaststar standen Werke von Ottorino Respighi und Giuseppe Verdi auf dem Programm. Das Rund war mit rund 22.000 Zuschauern ausverkauft.

Wegen der großen Hitze war sogar die Kleiderordnung gelockert: Die Musikerinnen und Musiker traten in schwarzen Hemden statt der üblichen Konzertgarderobe auf.

Straffung wegen Unwetterwarnung

Als sich ein Gewitter ankündigte, reagierten die Veranstalter aus Sicherheitsgründen: Die Pause wurde verkürzt, das Programm gestrafft. Das traditionelle Finale – Paul Linckes „Berliner Luft", seit Jahrzehnten der unverzichtbare Schlusspunkt jedes Waldbühnen-Konzerts der Philharmoniker – fiel nicht ganz aus. Allerdings sollte das Publikum die Arena bereits verlassen, während das Orchester den Ohrwurm anstimmte: ein ungewöhnlicher Abgang, bei dem sich Musik und Aufbruch überlagerten.

Stimmungsvoll bis zum Schluss

Das Konzert wurde live in Fernsehen und Radio übertragen, sodass auch das Publikum zu Hause den raschen Schluss miterlebte. Die Waldbühne, eingebettet in den Grunewald, gehört zu den schönsten – und wetterabhängigsten – Konzertorten der Hauptstadt. Dass Petrenko, Kaufmann und das Orchester die Zuhörer bis zum letzten möglichen Moment hielten, bevor die Sicherheit Vorrang bekam, dürfte diesem Abend einen eigenen Platz in der Erinnerung sichern – nicht trotz des Gewitters, sondern mit ihm.