Im US-Iran-Krieg gibt es die nächste Eskalation: Die USA haben erneut Ziele im Iran angegriffen.

Zweiter Angriff binnen weniger Tage

Nach Angaben des Handelsblatts richteten sich die Schläge gegen Luftabwehrstellungen, Drohnenlager und Überwachungsinfrastruktur. Es war bereits der zweite US-Angriff auf den Iran seit der Unterzeichnung eines Rahmenabkommens zwischen beiden Ländern Mitte Juni. Der iranische Staatssender Irib meldete Explosionsgeräusche in einem Dorf bei Sirik sowie Einschläge in einen Kommunikationsturm. Opferzahlen wurden von keiner Seite genannt.

Anlass: Beschuss eines Tankers

Auslöser der Angriffe war nach Darstellung des US-Regionalkommandos Centcom ein iranischer Angriff auf ein Handelsschiff. Die britische Schifffahrtsbehörde UKMTO hatte zuvor mitgeteilt, ein Frachtschiff sei von einem „unbekannten Geschoss" getroffen worden – eine ausdrückliche Schuldzuweisung an Teheran vermied die Behörde. Centcom identifizierte das betroffene Schiff als den unter panamaischer Flagge fahrenden Tanker „Kiku", der am Donnerstag in Katar ausgelaufen und auf dem Weg in die Vereinigten Arabischen Emirate war.

Die USA ordneten den Beschuss dem Iran zu und erklärten die Luftschläge zur Reaktion auf die wiederholten Angriffe gegen die kommerzielle Schifffahrt. Eine offizielle iranische Übernahme der Verantwortung für den Tankerbeschuss gab es zunächst nicht.

Brüchiges Abkommen vor dem Aus

Die erneuten Gefechte fallen in eine heikle diplomatische Phase. Erst Mitte Juni hatten Washington und Teheran ein Rahmenabkommen unterzeichnet, das eigentlich die Grundlage für weitere Verhandlungen legen sollte. Nun beschuldigen sich beide Seiten gegenseitig, die Vereinbarung gebrochen zu haben. Über die strategisch bedeutsame Straße von Hormus, in deren Nähe die jüngsten Angriffe stattfanden, verläuft rund ein Fünftel des weltweiten Öltransports. Eine iranische Antwort auf die jüngsten US-Schläge stand zunächst aus – der innenpolitische Druck auf Teheran, zu reagieren, dürfte jedoch erheblich sein.