Wenn im Sommer die Bässe über die Felder wummern, ist Festivalzeit. 2026 verspricht eine volle Saison – mit ein paar Veränderungen.

Brandenburg als Festivalland

Besonders dicht ist das Programm südlich und westlich von Berlin: In Brandenburg reihen sich über die Sommerwochen zahlreiche mehrtägige Open-Air-Festivals aneinander, von elektronischen Wald- und Seefestivals bis zu größeren Formaten. Die abgelegene Weite der Region hat sich, wie der Tagesspiegel beschreibt, zu einem heimlichen Zentrum der Festivalkultur entwickelt.

Eines der bekanntesten ist die „Wilde Möhre“, die im August im Süden Brandenburgs Tausende anzieht. Das 2014 gestartete Festival steht für elektronische Musik, Kunstinstallationen und ein ausgeprägtes Gemeinschaftsgefühl. Nach Angaben der Veranstalter soll die diesjährige Ausgabe die vorerst letzte in ihrer bisherigen Form sein – das Konzept werde anschließend überarbeitet.

Die Preise ziehen an

Spürbar verändert hat sich der Preis. Wochenendtickets vieler größerer Festivals liegen 2026 deutlich über der 200-Euro-Marke, das Camping noch nicht eingerechnet. Als Gründe gelten gestiegene Kosten für Infrastruktur, Sicherheit und Gagen. Wer günstiger feiern will, weicht zunehmend auf kleinere Indie-Festivals aus, die mit niedrigeren Ticketpreisen kalkulieren.

Bargeldlos, Mehrweg, mehr Technik

Drei Entwicklungen prägen den Festivalsommer organisatorisch. Erstens setzt sich bargeldloses Bezahlen per Armband oder App auf den großen Geländen durch. Zweitens ist Mehrweggeschirr inzwischen weithin Standard, Einwegbecher verschwinden. Drittens kommt vermehrt Technik zum Crowd-Management zum Einsatz, um gefährliche Gedränge frühzeitig zu erkennen – eine Reaktion auf die Sicherheitsdebatten der vergangenen Jahre.

Der heiße Faktor

Ein Thema steht in keinem Programmheft und reist doch mit: die Hitze. Mehrtägige Open-Airs im Hochsommer bedeuten zunehmend Temperaturen jenseits der 30 Grad. Schattenplätze, ausreichend Trinkwasser und angepasste Spielzeiten werden für Veranstalter wichtiger – und für Besucherinnen und Besucher gehören Sonnenschutz und Wasserflasche fest ins Gepäck.