Zum Sommer gehört das Grillen – und für viele auch die Drahtbürste, mit der der Rost vom Vortag gesäubert wird. Genau dieses Alltagswerkzeug birgt jedoch eine Gefahr, die kaum jemand auf dem Schirm hat.
Wie die Borste ins Essen kommt
Das Problem ist so simpel wie heimtückisch. Mit der Zeit nutzen sich die feinen Metalldrähte einer Grillbürste ab. Einzelne Borsten brechen heraus und bleiben unbemerkt zwischen den Roststäben hängen. Beim nächsten Grillen lösen sie sich, haften am Grillgut und werden mitgegessen – winzig, scharf und im Bissen kaum zu spüren. Erst wenn die Borste im Hals stecken bleibt oder weiter unten Beschwerden macht, fällt das Missgeschick auf.
Was passieren kann
In den allermeisten Fällen bleibt es bei einer Reizung oder einer kleinen Verletzung im Mund- und Rachenraum – unangenehm, aber harmlos. Gelangt eine Borste jedoch tiefer, kann sie Speiseröhre, Magen oder Darm verletzen und in seltenen Fällen sogar die Wand durchstoßen. Eine solche Perforation ist ein medizinischer Notfall, der operiert werden muss. Belegt sind solche Fälle vor allem aus den USA: Eine Auswertung der US-Gesundheitsbehörde CDC dokumentierte über mehrere Jahre regelmäßig Notaufnahmen wegen verschluckter Grillbürsten-Borsten. Die absoluten Zahlen sind gering – doch weil das Risiko leicht vermeidbar ist, lohnt der Hinweis.
So schützt man sich
Fachleute und Verbraucherschützer raten zu ein paar einfachen Vorsichtsmaßnahmen:
- Bürste prüfen und ersetzen: Sind Borsten locker, verbogen oder fehlen welche, gehört die Bürste in den Müll. Billige und alte Modelle verschleißen schneller.
- Rost kontrollieren: Nach dem Reinigen den Grillrost kurz absuchen und lose Drähte entfernen – etwa, indem man mit einem Tuch darüberwischt.
- Auf Alternativen setzen: Es geht auch ohne Draht. Bürsten mit Spiralen oder ohne lose Borsten, eine zusammengeknüllte Kugel Alufolie oder eine halbierte Zwiebel auf dem heißen Rost reinigen ebenfalls.
So bleibt das Grillvergnügen, was es sein soll: ein entspanntes Sommerritual – ohne unliebsame Überraschung im Steak.



