Die Krise der deutschen Autoindustrie erreicht auch die Nobelmarke Porsche. Nach Medienberichten will der Sportwagenhersteller weitere rund 4000 Stellen streichen, zusätzlich zu bereits angekündigten Einschnitten.
Vor allem Verwaltung und Entwicklung betroffen
Der geplante Abbau trifft laut den Berichten vor allem Beschäftigte in Management, Verwaltung und Entwicklung. Am Entwicklungsstandort Weissach sollen rund 30 Prozent der Kapazitäten auf den Prüfstand kommen, wie ad-hoc-news berichtet. Ein Unternehmenssprecher verwies auf ein umfassendes „Zukunftspaket", das derzeit mit dem Betriebsrat verhandelt und bis Ende Juli vorgestellt werden soll.
Der neue Abbau kommt zu früheren Maßnahmen hinzu: Bereits im Frühjahr 2025 hatte Porsche den Wegfall von rund 1900 Stellen an den Standorten Zuffenhausen und Weissach angekündigt.
Gewinneinbruch als Auslöser
Hinter dem Sparkurs steht eine deutliche Ertragskrise. Im ersten Quartal 2026 sackte der Gewinn nach Steuern um 24,6 Prozent auf 391 Millionen Euro ab, wie Elektroauto-News berichtet. Als Gründe gelten ein schwaches Geschäft in China, Belastungen durch US-Zölle und der teure Umbau des Modellprogramms zwischen Elektroauto und Verbrenner.
Damit reiht sich Porsche in eine Serie schlechter Nachrichten aus der Branche ein. Auch andere deutsche Hersteller und Zulieferer haben zuletzt Sparprogramme und Stellenstreichungen angekündigt.
Kein schneller Kahlschlag
Einen abrupten Abbau wird es aber nicht geben. Porsche hat seinen Beschäftigten weitreichenden Kündigungsschutz zugesichert; betriebsbedingte Kündigungen sind vorerst ausgeschlossen. Der Abbau soll deshalb über freiwillige Instrumente wie Altersteilzeit und Abfindungen laufen. Wie viele Stellen am Ende tatsächlich wegfallen, hängt davon ab, wie viele Mitarbeiter solche Angebote annehmen.
Für die Belegschaft bleibt damit Unsicherheit. Das für Ende Juli erwartete Zukunftspaket dürfte zeigen, wie tief der Einschnitt bei einer Marke ausfällt, die lange als Gewinngarant des Volkswagen-Konzerns galt.



