Es ist eine Einladung in einen der exklusivsten Zirkel des Weltkinos: Die Academy of Motion Picture Arts and Sciences hat Veronica Ferres in diesem Jahr zur Mitgliedschaft eingeladen. Wie der Tagesspiegel berichtet, gehört die deutsche Schauspielerin damit zum Jahrgang 2026 jener Institution, die alljährlich die Oscars vergibt.
Mehr als ein Ehrentitel
Die Aufnahme in die Akademie ist nicht bloß symbolisch. Wer Mitglied wird, erhält das Stimmrecht bei der Nominierung und der Wahl der Oscar-Preisträger. In der Mitgliederliste der Akademie ist Ferres unter den Schauspielerinnen mit den Filmen „Schtonk!" und „The Comedian" aufgeführt. Für die seit Jahrzehnten zwischen deutschen Produktionen und internationalen Projekten pendelnde Darstellerin ist die Einladung eine Anerkennung ihrer Arbeit auf beiden Seiten des Atlantiks.
Wie man Mitglied wird
Eine Selbstbewerbung ist bei der Akademie ausgeschlossen. Kandidatinnen und Kandidaten werden ausschließlich von bestehenden Mitgliedern vorgeschlagen; berücksichtigt werden Oscar-Nominierungen ebenso wie besondere Verdienste um die Filmbranche. Die Eingeladenen müssen die Mitgliedschaft zudem noch annehmen, damit der Eintritt wirksam wird. Organisiert ist die Akademie in Fachsparten – von Schauspiel über Regie und Kamera bis zu Ton, Schnitt und visuellen Effekten.
Ein zweiter Deutscher im Jahrgang
Veronica Ferres ist nicht die einzige deutsche Stimme in der Einladungsrunde. Auch der Kameramann Markus Förderer wurde eingeladen. Er hatte mit seiner Arbeit an dem Film „September 5" sowie an „Red Notice" international Aufmerksamkeit erlangt. Dass deutsche Filmschaffende in einer Einladungsrunde berücksichtigt werden, unterstreicht die wachsende internationale Sichtbarkeit des hiesigen Kinos.
Prominente Namen im Jahrgang 2026
Der diesjährige Jahrgang versammelt zahlreiche bekannte Namen der aktuellen Filmwelt. Eingeladen wurden unter anderem Jacob Elordi („Frankenstein", „Saltburn"), Jenna Ortega („Beetlejuice Beetlejuice") sowie die Musikerin und Schauspielerin Teyana Taylor („One Battle After Another").
Insgesamt lud die Akademie nach eigenen Angaben 529 Personen ein. Rund 36 Prozent der Eingeladenen sind Frauen, etwa 25 Prozent kommen aus bislang unterrepräsentierten Gemeinschaften, und rund 22 Prozent haben ihren Lebensmittelpunkt außerhalb der Vereinigten Staaten. Nehmen alle Eingeladenen die Mitgliedschaft an, wächst die Akademie auf rund 11.319 Mitglieder, von denen etwa 10.338 stimmberechtigt wären.
Warum das zählt
Die Akademie ist seit ihrer Gründung 1927 das institutionelle Herz Hollywoods. Ihre Mitglieder sind Fachleute, die im Film arbeiten oder gearbeitet haben – und die kollektiv darüber befinden, welche Werke und Leistungen als die besten eines Jahres ausgezeichnet werden. Die schrittweise Internationalisierung der Mitgliedschaft gilt als bewusste Strategie, die Oscars stärker am globalen Kino auszurichten. Für Veronica Ferres bedeutet die Einladung damit nicht nur persönliche Würdigung, sondern auch ein Stück Mitsprache darüber, welche Geschichten künftig im Rampenlicht stehen.



