Worum es geht

Die Bundesnetzagentur ruft gemeinsam mit Bund, Ländern und Kommunen zur zweiten bundesweiten Mobilfunkmesswoche auf. Die Aktion läuft vom 24. Juni bis 1. Juli 2026 – und jede Smartphone-Nutzerin und jeder Smartphone-Nutzer kann mitmachen. Ziel ist ein realistisches Bild der tatsächlichen Mobilfunkversorgung, das über die Selbstauskünfte der Netzbetreiber hinausgeht.

Die erste Messwoche im Mai 2025 war ein Erfolg: Über 100.000 Teilnehmende sammelten rund 200 Millionen Messpunkte. Das Ergebnis war differenzierter als oft vermutet: An weniger als einem Prozent der Punkte gab es gar keinen Empfang, der weitaus größte Teil entfiel auf 4G oder 5G.

Wie man mitmacht

Für die Teilnahme genügt die kostenlose App „Mobilfunk-Check" der Bundesnetzagentur, erhältlich für iOS und Android. Eine Registrierung ist nicht nötig.

Nach der Installation läuft die App im Hintergrund und erfasst automatisch, ob das Gerät im 2G-, 4G- oder 5G-Netz eingebucht ist – oder ob gar kein Empfang besteht. Daneben werden der Netzbetreiber, der Gerätetyp und der Standort aufgezeichnet. Die Daten werden nach Angaben der Behörde vor der Übertragung anonymisiert. Die App bleibt auch nach dem 1. Juli aktiv und liefert weiter Messwerte.

Warum das wichtig ist

Die gesammelten Daten fließen in die interaktive Funkloch-Karte der Bundesnetzagentur ein. Diese Bürgermessungen sind ein Druckmittel: Die Behörde kann prüfen, ob die Netzbetreiber die Versorgungsauflagen aus ihren Mobilfunklizenzen einhalten, und Abweichungen zwischen offizieller Abdeckungskarte und erlebter Realität sichtbar machen. Länder und Kommunen nutzen die Daten zudem, um den Ausbau zu priorisieren – besonders in ländlichen Regionen.

Stand des Netzausbaus

Die amtlichen Zahlen klingen zunächst gut: Laut Bundesnetzagentur deckt mindestens ein Netzbetreiber rund 97,5 Prozent der Fläche mit 4G ab, beim 5G-Netz sind es gut 93 Prozent. Doch die Durchschnittswerte verschleiern regionale Unterschiede: Es bleiben „graue Flecken" mit nur einem Anbieter und „weiße Flecken" von rund zwei Prozent der Fläche ohne 4G oder 5G – vor allem auf dem Land, in Wäldern und entlang von Bahnstrecken. Im internationalen Vergleich schneidet Deutschland bei der Mobilfunkqualität regelmäßig unterdurchschnittlich ab.

Einordnung

Das Crowdsourcing-Prinzip ist klug: Behörden können unmöglich jede Straße und jeden Feldweg selbst vermessen. Millionen Alltagswege ergeben zusammen ein Lagebild, das kein einzelner Anbieter liefern kann oder will. Die Aktion ist freiwillig, niedrigschwellig und anonym – und ihre Ergebnisse haben nachweislich Einfluss auf die Netzplanung. Wer ein Smartphone besitzt und die App lädt, leistet mit minimalem Aufwand einen Beitrag zur digitalen Infrastruktur des Landes.