Manchmal genügt eine einzige Zahl, um den Stand einer ganzen Debatte zu beleuchten. Beim Umbau des Verkehrs ist es dieses Verhältnis: Der Straßenverkehr verbraucht rund 22 Prozent der Endenergie in Deutschland, doch nur etwa 2,5 Prozent davon stammen aus Strom.

Ein Fünftel der Energie, fast alles fossil

Der Verkehr auf der Straße gehört zu den größten Energieverbrauchern des Landes. Rund ein Fünftel der gesamten Endenergie fließt hierhin, in Autos, Lastwagen, Lieferfahrzeuge und Busse. Das Problem ist nicht allein die Menge, sondern die Herkunft dieser Energie: Sie ist fast vollständig fossil.

Denn von diesem enormen Verbrauch entfallen nach einer Auswertung, über die heise online berichtet, nur rund 2,5 Prozent auf Strom. Der ganz überwiegende Rest sind Benzin und Diesel. Anders gesagt: Trotz jahrelanger Debatten über Elektromobilität läuft der Straßenverkehr noch fast vollständig mit Verbrennungsmotoren.

Warum sich das so langsam ändert

Auf den ersten Blick scheint das im Widerspruch zu stehen zu den Erfolgsmeldungen über Elektroautos, deren Anteil an den Neuzulassungen zuletzt spürbar gestiegen ist. Doch dieser Blick täuscht.

Denn entscheidend ist nicht, was neu verkauft wird, sondern was insgesamt auf den Straßen fährt. Der Fahrzeugbestand ist riesig, und ein einmal zugelassenes Auto bleibt oft ein Jahrzehnt oder länger im Verkehr. Selbst ein hoher Anteil neuer Elektroautos verändert den Gesamtbestand deshalb nur langsam. Bis sich der wachsende Anteil an Stromern spürbar im Energieverbrauch niederschlägt, vergehen Jahre.

Was die Zahl für die Verkehrswende bedeutet

Das Verhältnis von 22 zu 2,5 Prozent ist damit weniger eine Momentaufnahme als eine Ansage über die Größe der Aufgabe. Wenn der Verkehr klimafreundlicher werden soll, muss ein gewaltiger Energiebedarf, der heute aus Öl gedeckt wird, künftig anders bereitgestellt werden, sei es durch Strom, durch einen geringeren Verbrauch oder durch eine Verlagerung auf Bahn, Bus und Rad.

Die Zahl macht nüchtern klar, dass es dabei nicht um Feinjustierung geht, sondern um einen Umbau von grundlegender Dimension. Und sie erinnert daran, dass eine Verkehrswende, die diesen Namen verdient, nicht an den Neuzulassungen abzulesen ist, sondern erst an dem, was tatsächlich über die Straßen rollt.