Der Staat schiebt die Altersgrenze immer weiter nach hinten: Bis 2031 steigt das reguläre Renteneintrittsalter schrittweise auf 67 Jahre – für alle, die 1964 oder später geboren sind. Der Wunsch nach einem früheren Ausstieg bleibt trotzdem groß. Möglich ist er weiterhin – aber nicht zum Nulltarif.
Weg 1: 45 Beitragsjahre – abschlagsfrei, aber spät
Wer mindestens 45 Beitragsjahre vorweisen kann, darf als „besonders langjährig Versicherter" ohne Abschläge vorzeitig in Rente. Die maßgebliche Altersgrenze steigt allerdings ebenfalls: Für den Jahrgang 1962 liegt sie laut Deutscher Rentenversicherung bei 64 Jahren und acht Monaten, für Jahrgang 1964 und jünger bei 65 Jahren. Eine noch frühere Inanspruchnahme – auch gegen Abschläge – ist auf diesem Weg nicht möglich. Angerechnet werden unter anderem Beschäftigungszeiten, Kindererziehungs- und Pflegezeiten.
Weg 2: 35 Beitragsjahre – ab 63, aber mit Abzug
Wer auf 35 Versicherungsjahre kommt, kann als „langjährig Versicherter" bereits mit 63 in Rente gehen – allerdings mit Abschlägen. Pro Monat des vorzeitigen Bezugs werden 0,3 Prozent der Rente dauerhaft abgezogen. Da das reguläre Alter auf 67 steigt, summiert sich der Abzug bei frühestmöglichem Start auf bis zu 14,4 Prozent (48 Monate). Wichtig: Dieser Abschlag bleibt lebenslang bestehen. Bei einer Rente von 1.500 Euro entspräche das einer dauerhaften Kürzung um rund 216 Euro im Monat.
Abschläge ausgleichen
Wer den Abzug abmildern will, kann freiwillige Sonderzahlungen an die Rentenversicherung leisten – möglich ist das bereits ab dem 50. Lebensjahr. Wie hoch die Ausgleichszahlung im Einzelfall ausfällt, berechnet der Rentenversicherungsträger.
Hinzuverdienst: keine Grenze mehr
Eine gute Nachricht für Frührentner: Seit dem 1. Januar 2023 dürfen Altersrentner unbegrenzt hinzuverdienen, ohne dass die Rente gekürzt wird. Damit lässt sich der vorgezogene Ruhestand mit einem Job kombinieren.
Die Flexirente
Die Flexirente ermöglicht einen gleitenden Übergang: Man bezieht eine Teilrente und arbeitet weiter; wer dabei weiter Beiträge zahlt, erhöht seinen späteren Anspruch. Das Modell eignet sich für alle, die kürzertreten, aber nicht ganz aufhören wollen.
Fazit
Früher in Rente zu gehen ist weiter möglich – der abschlagsfreie Weg über 45 Jahre ist aber an hohe Voraussetzungen geknüpft, der Weg ab 63 kostet dauerhaft bis zu 14,4 Prozent. Wer rechtzeitig plant, Sonderzahlungen einkalkuliert und die Flexirente nutzt, kann den Übergang sanfter gestalten. Eine persönliche Beratung bei der Deutschen Rentenversicherung ist in jedem Fall ratsam.



