Die Bayerische Staatsoper hat ihre Münchner Opernfestspiele mit einem Wagner-Großereignis eröffnet: Am 25. Juni 2026 feierte „Die Walküre" Premiere – der zweite Abend des neuen „Ring des Nibelungen", den Regisseur Tobias Kratzer und Generalmusikdirektor Vladimir Jurowski seit dem „Rheingold" gemeinsam verantworten.
Walhall liegt in München
Kratzer verlegt Wagners Götterwelt konsequent in die Gegenwart. Statt mythischer Wolkenkulissen, so beschreiben es die Kritiker, jagen die Walküren im dritten Aufzug durch das heutige München – bis hin zu dem Bild, das dem Abend seinen Beinamen gibt: ein Hubschrauber über der Szene. Die Begegnung von romantischem Stoff und scharfer Gegenwartsdeutung zieht sich laut Die Deutsche Bühne durch die gesamte Inszenierung – Regietheater mit Witz und Hintersinn, nicht als Behauptung, sondern als präzise Bildsprache.
Eine geschlossene Besetzung
Sängerisch steht der Abend auf festem Fundament. Nicholas Brownlee gibt den Göttervater Wotan, Ekaterina Gubanova seine Widersacherin Fricka. Das Geschwisterpaar Siegmund und Sieglinde verkörpern Joachim Bäckström und Irene Roberts, Ain Anger den bedrohlichen Hunding (Besetzung laut concerti). Als Brünnhilde gilt die finnische Sopranistin Miina-Liisa Värelä vielen Beobachtern als Entdeckung des Abends – strahlend in der Höhe, dramatisch glaubwürdig bis zum Feuerzauber.
Jurowski am Pult
Am Pult des Bayerischen Staatsorchesters setzt Vladimir Jurowski auf Transparenz statt Klangwucht: ein Wagner, der die Singstimmen atmen lässt, statt sie zuzudecken. Gemeinsam mit Kratzers gegenwartsnaher Lesart ergibt das einen „Ring", der das Werk nicht ins Museum stellt, sondern für das heutige Publikum erschließt.
Ausblick
Die Produktion entsteht als Teil des über mehrere Jahre angelegten Münchner Ring-Zyklus. Weitere Vorstellungen der „Walküre" sind im Verlauf der Opernfestspiele bis in den Juli hinein angesetzt – der nächste Schritt auf dem Weg zu Wagners kompletter Tetralogie im Nationaltheater.



