In Göttingen ermittelt die Polizei nach gewaltsamen Ausschreitungen gegen eine wachsende Zahl von Verdächtigen. In einer Zwischenbilanz teilte die Polizeiinspektion Göttingen mit, dass sich die Ermittlungen inzwischen gegen 49 Tatverdächtige wegen des Verdachts des schweren Landfriedensbruchs richten. 16 Aufenthaltsverbote für das Stadtgebiet wurden ausgesprochen und ausgehändigt.
Was passiert ist
Auslöser war eine schwere Auseinandersetzung in der Nacht zum 13. Juni 2026, bei der nach Angaben der Ermittler ein Schuss aus einer scharfen Waffe fiel. Ein 26 Jahre alter Polizeibeamter wurde getroffen und schwer verletzt; die Polizei wertet den Vorfall als versuchtes Tötungsdelikt. Die Polizeipräsidentin zeigte sich erleichtert, dass der Kollege gesundheitlich „auf einem guten Weg" sei.
Streit zwischen zwei Großfamilien
Nach bisherigem Ermittlungsstand eskalierte ein Konflikt zwischen zwei rivalisierenden Großfamilien, die die Behörden dem „Phänomenbereich der Clankriminalität" zuordnen. Die Ermittlungen führt eine eigens eingerichtete Mordkommission in enger Abstimmung mit der zuständigen Zentralstelle bei der Staatsanwaltschaft Braunschweig. Zu den Hintergründen des Konflikts und zur Identität der Beteiligten machten die Behörden keine öffentlichen Angaben.
Tatverdächtiger stellte sich
Im Zuge der Fahndung stellte sich nach Polizeiangaben ein 16 Jahre alter Göttinger in Begleitung eines Anwalts den Ermittlern; gegen ihn war zuvor ein Haftbefehl erlassen worden. Er steht im Verdacht, den Schuss abgegeben zu haben. Mehrere Wohnungen wurden durchsucht, Mobiltelefone sichergestellt (POL-GÖ 177/2026). Ob und welche Tatbeiträge ihm und den weiteren Verdächtigen nachzuweisen sind, ist Gegenstand der laufenden Ermittlungen – es gilt die Unschuldsvermutung.
Verstärkte Präsenz
Die Polizei hat ihre Präsenz im Stadtgebiet seit den Vorfällen verstärkt und einen eigenen Führungsstab eingerichtet. Videoaufnahmen vom Tatort werden weiter ausgewertet. Niedersachsens Innenministerin zeigte sich erschüttert über die Gewalt und nannte die Eskalation inakzeptabel.



