Der Friedenspreis des Deutschen Buchhandels 2026 geht an Philippe Sands. Wie unter anderem die Rhein-Zeitung (dpa) berichtet, würdigt der Stiftungsrat den 1960 geborenen britisch-französischen Juristen und Autor für sein Eintreten „für Gerechtigkeit, Frieden und die beharrliche Verteidigung des Völkerrechts". Die mit 25.000 Euro dotierte Auszeichnung wird am 11. Oktober zum Abschluss der Frankfurter Buchmesse in der Paulskirche verliehen.
Der Jurist
Sands ist Professor für Internationales Recht am University College London und war als Anwalt am Internationalen Gerichtshof in Den Haag an mehreren bedeutenden Verfahren beteiligt. Als Nachkomme von Holocaust-Überlebenden verknüpft er in seiner Arbeit immer wieder die eigene Familiengeschichte mit den Ursprüngen des modernen Völkerrechts – und macht so anschaulich, welche menschlichen Schicksale hinter Begriffen wie „Völkermord" und „Verbrechen gegen die Menschlichkeit" stehen.
Der Autor
Bekannt wurde Sands einem breiten Publikum vor allem als Schriftsteller. Sein Buch „Rückkehr nach Lemberg" (Originaltitel „East West Street") verbindet die Geschichte seiner Vorfahren aus dem heute ukrainischen Lwiw mit der Entstehung zentraler Rechtsbegriffe des 20. Jahrhunderts. In „Die Rattenlinie" spürte er den Fluchtwegen von NS-Tätern nach dem Zweiten Weltkrieg nach, in „Die letzte Kolonie" dem Schicksal der Chagos-Inseln und ihrer vertriebenen Bevölkerung. Seine Werke wurden vielfach ausgezeichnet und in zahlreiche Sprachen übersetzt.
Ein Preis mit langer Tradition
Der Friedenspreis wird seit 1950 vom Börsenverein des Deutschen Buchhandels vergeben und zählt zu den angesehensten Kulturpreisen im deutschsprachigen Raum. In den Jahren zuvor wurden unter anderem die Journalistin Anne Applebaum und der Schriftsteller Salman Rushdie geehrt. Mit Sands fällt die Wahl erneut auf eine Persönlichkeit, die literarisches Werk und das Engagement für Menschenrechte miteinander verbindet.



