Handwerksarbeit in der Schwerelosigkeit: Auf der Internationalen Raumstation ISS haben Astronauten einen wichtigen Roboterarm wieder flottgemacht.

Ein Gelenk versagte

Betroffen war der Canadarm2, der große Roboterarm der kanadischen Raumfahrtagentur. Der rund 17 Meter lange Arm hatte im Mai Probleme gemeldet: Eines seiner sieben beweglichen Gelenke zog auffällig viel Strom und ließ sich nicht mehr zuverlässig bewegen. Für die Station ist das heikel, denn der Arm erfüllt zentrale Aufgaben – er fängt ankommende Versorgungsraumschiffe ein, bewegt schwere Bauteile und hilft bei Wartungsarbeiten außen an der Station.

Sieben Stunden im All

Um den Schaden zu beheben, stiegen die NASA-Astronauten Chris Williams und Jessica Meir am 30. Juni in ihre Raumanzüge und verließen die Station. In gut sieben Stunden tauschten sie das defekte Handgelenk aus: Zunächst mussten sie die schwere „Greifhand" am Ende des Arms abmontieren, um an das fehlerhafte Bauteil zu gelangen. Dann lösten sie das alte Gelenk, setzten ein Ersatzteil ein, verbanden die Strom- und Datenkabel neu und montierten die Greifhand wieder. Anschließend prüfte das Kontrollzentrum in Houston die Technik – der Arm bewegte sich wieder wie vorgesehen.

Warum das zählt

Solche Reparaturen gehören zum Alltag einer alternden Raumstation. Die ISS ist seit über 25 Jahren in Betrieb, ihre Technik entsprechend beansprucht. Der Canadarm2 wurde von Anfang an so gebaut, dass sich einzelne Teile im All austauschen lassen – genau das kam nun zum Tragen. Das ausgebaute Gelenk soll zur Erde zurückgebracht und dort untersucht werden.

Blick nach vorn

Die geglückte Reparatur sichert der Station wichtige Fähigkeiten für die kommenden Jahre. Ganz unbegrenzt ist ihre Zukunft allerdings nicht: Der Betrieb der ISS ist bislang nur bis etwa 2030 vorgesehen, danach sollen neue, teils private Stationen ihre Rolle übernehmen. Bis dahin bleibt der Roboterarm ein unverzichtbares Werkzeug – und Einsätze wie dieser sorgen dafür, dass er einsatzbereit bleibt.