Es ist ein ungewöhnliches Bündnis: Zwei bekannte schwäbische Mittelständler, die sich in den vergangenen Jahren zunehmend ins Gehege kamen, machen bei einer Schlüsseltechnologie gemeinsame Sache. Stihl und Kärcher haben eine Akku-Allianz vereinbart – ihre Profigeräte sollen künftig mit denselben Akkus laufen.
Ein Akku für Motorsäge und Reinigungsgerät
Der Kern der Vereinbarung ist einfach erklärt: Ein Akku, der bislang nur in ein Stihl-Gerät passte, soll künftig auch ein Kärcher-Gerät antreiben – und umgekehrt. Entwickelt hat das neue Batteriesystem Stihl; Kärcher investiert zehn Millionen Euro in die Umstellung auf die gemeinsame Technik. Ausdrücklich geht es dabei um Profigeräte, nicht um Produkte für den Heimgebrauch. Zielgruppe sind Anwender, die ohnehin täglich mit solchen Maschinen arbeiten: Kommunalbetriebe, der Garten- und Landschaftsbau und die Forstwirtschaft.
Vom Konkurrenzkampf zur Kooperation
Bemerkenswert ist der Schritt auch wegen der Vorgeschichte. Stihl, bekannt für Motorsägen und Gartengeräte, und Kärcher, Spezialist für Reinigungstechnik, waren sich zuletzt nicht immer grün: Beide drangen mit neuen Produkten in die angestammten Reviere des jeweils anderen vor, wie das Handelsblatt berichtet. Nun rücken die beiden Familienunternehmen zusammen – zumindest bei der Energiequelle ihrer Geräte.
Weniger Akku-Wildwuchs
Stihl-Chef Michael Traub begründet die Allianz damit, die Komplexität für die Kunden zu verringern und ihre Investitionen langfristig nutzbar zu machen. Genau hier liegt der praktische Nutzen: Wer heute Geräte verschiedener Hersteller einsetzt, muss oft unterschiedliche Akkus und Ladegeräte vorhalten. Ein gemeinsames System spart Platz, Geld und Zeit – und ist zugleich nachhaltiger, weil weniger unterschiedliche Akkus im Umlauf sind.
Ein neuer Standard für die Branche?
Die beiden Unternehmen denken über die eigene Partnerschaft hinaus: Weitere Hersteller sollen sich der Allianz anschließen können, etwa Anbieter von Forstwinden, Geräteträgern oder mobilen Betankungsanlagen. Gelingt das, könnte aus dem heutigen Nebeneinander konkurrierender Akkusysteme ein breiter Industriestandard werden – ein Gegengewicht zu den etablierten Akku-Ökosystemen großer Werkzeughersteller. Für die Kunden wäre das eine gute Nachricht: mehr Auswahl bei den Geräten, ohne bei jedem Kauf an ein einzelnes Akkusystem gebunden zu sein.



